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In den letzten Jahren haben sich Low-Code- und No-Code-Tools zu einem echten Game-Changer in der Tech-Welt entwickelt. Besonders im Jahr 2024 haben sie einen enormen Aufschwung erlebt. Doch was bedeuten diese Tools eigentlich für Entwickler, Unternehmen und die Zukunft der Arbeit? Werden wir alle plötzlich zu Entwicklern? Und wie können wir uns auf diese Veränderungen vorbereiten? In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf diese Fragen.

Was sind Low-Code- und No-Code-Tools?

Low-Code- und No-Code-Tools ermöglichen es Nutzern, Anwendungen oder Teile davon zu erstellen, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu benötigen. Stattdessen werden grafische Benutzeroberflächen verwendet, bei denen man beispielsweise per Drag-and-Drop oder durch die Eingabe von Befehlen arbeitet. Mit der Integration von KI wird dies noch einfacher: Tools wie Webcrumbs (ein Beispiel, das ich kürzlich getestet habe) generieren Code basierend auf einfachen Textbefehlen. Man gibt ein, welche Komponente man benötigt, und das Tool erstellt sie – inklusive des dazugehörigen Codes, den man dann in sein eigenes Projekt einbinden kann.

Diese Tools befinden sich in einer Art Grauzone zwischen Low-Code und No-Code. Einerseits erfordern sie kaum Programmierkenntnisse, andererseits generieren sie Code, der weiterverwendet werden kann. Durch die rasante Entwicklung der KI werden diese Tools immer leistungsfähiger und schneller, was viele Fragen aufwirft: Was bedeutet das für die Rolle von Entwicklern? Und wie verändert sich die Arbeitswelt?

Vorteile für Unternehmen

Aus Unternehmenssicht bieten Low-Code- und No-Code-Tools zahlreiche Vorteile:

  • Reduzierte Entwicklungszeit und Kosten: Anwendungen können schneller und kostengünstiger erstellt werden.
  • Ermächtigung nicht-technischer Nutzer: Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse können eigenständig Anwendungen erstellen oder anpassen.
  • Fokus auf komplexe Aufgaben: Entwickler können sich auf anspruchsvollere Projekte konzentrieren, während Routineaufgaben von anderen übernommen werden.
  • Beschleunigung der digitalen Transformation: Unternehmen können schneller auf Marktveränderungen reagieren und wettbewerbsfähig bleiben.

Diese Tools ermöglichen es Unternehmen, agiler zu sein und sich schneller an neue Anforderungen anzupassen. Doch wie sieht es mit den Grenzen dieser Technologien aus?

Technische Grenzen und Herausforderungen

Trotz ihrer Vorteile haben Low-Code- und No-Code-Tools auch einige Einschränkungen:

  1. Performance: Anwendungen, die mit diesen Tools erstellt werden, sind oft weniger effizient als individuell programmierte Lösungen, insbesondere bei komplexen oder hochlastigen Anwendungen.
  2. Einschränkungen bei der Anpassung: Die Möglichkeiten zur Individualisierung sind begrenzt. KI-Tools generieren oft nur bekannte Muster und Designs, was die Kreativität einschränken kann.
  3. Vendor Lock-in: Viele Plattformen binden Nutzer an ihre Dienste, was den Wechsel zu anderen Lösungen erschwert. Allerdings arbeiten einige Anbieter daran, dieses Problem zu minimieren.

Ein Beispiel: Ein einfacher JavaScript-Code, der manuell geschrieben wurde, lässt sich oft besser anpassen und optimieren als eine Low-Code-Lösung. Hier zeigt sich, dass die Flexibilität bei der manuellen Programmierung nach wie vor unschlagbar ist.

Was bedeutet das für Entwickler?

Die gute Nachricht: Entwickler werden nicht überflüssig. Low-Code- und No-Code-Tools sind zwar leistungsstark, aber sie ersetzen keine erfahrenen Programmierer. Vor allem in großen Unternehmen werden diese Tools noch nicht flächendeckend eingesetzt, da sie oft nicht die nötige Flexibilität und Leistung bieten.

Stattdessen entsteht eine neue Rolle: der Citizen Developer. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter, die keine klassischen Entwickler sind, aber mithilfe von Low-Code-Tools Anwendungen erstellen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Grenzen zwischen technischen und nicht-technischen Rollen immer mehr verschwimmen.

Die Zukunft der Arbeit: Grenzen verschwimmen

Die Zukunft der Arbeit in der Tech-Branche wird geprägt sein von einer stärkeren Integration verschiedener Fähigkeiten. Es wird immer weniger darum gehen, sich strikt auf eine Rolle festzulegen. Stattdessen werden Produktmanager vielleicht auch mal Code schreiben, und Entwickler werden sich stärker in die Produktentwicklung einbringen.

Diese Entwicklung bietet enorme Chancen: Wer bereit ist, sich neuen Technologien zu öffnen und seine Fähigkeiten zu erweitern, wird in der Arbeitswelt von morgen einen klaren Vorteil haben. Low-Code-Tools sind dabei kein Feind, sondern ein Werkzeug, das uns helfen kann, schneller und effizienter zu arbeiten.

Die besten No-Code-Tools zur Automatisierung und Webentwicklung

No-Code-Tools revolutionieren die Art und Weise, wie digitale Anwendungen erstellt werden. Sie ermöglichen es Unternehmen und Einzelpersonen, leistungsstarke Webanwendungen, Automatisierungen und E-Commerce-Plattformen zu entwickeln – ganz ohne Programmierkenntnisse. Hier sind einige der besten No-Code-Tools, die dir helfen, Prozesse zu optimieren und digitale Produkte zu realisieren.

Budibase – Flexible App-Entwicklung

Budibase ist eine vielseitige Plattform, die es ermöglicht, individuelle Anwendungen ohne Programmierung zu erstellen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, bei Bedarf eigenen Code zu integrieren. Damit bietet Budibase eine perfekte Balance zwischen Einfachheit und Flexibilität. Die Plattform eignet sich hervorragend für den schnellen Aufbau von Prototypen und verfügt über einen integrierten Automatisierungs-Builder, der Arbeitsprozesse erheblich effizienter macht.

Zapier – Automatisierung leicht gemacht

Zapier verbindet verschiedene Web-Apps miteinander und automatisiert Workflows. Beispielsweise lassen sich neue Leads aus einem Formular direkt in ein CRM-System wie HubSpot übertragen – ohne manuellen Aufwand. Mit über 2000 Integrationen unterstützt Zapier nahezu alle gängigen Web-Apps und ermöglicht Automatisierungen per Drag-and-Drop.

IFTTT – Einfache Wenn-Dann-Automatisierungen

IFTTT (If This Then That) ist eine intuitive Plattform für einfache Automatisierungsaufgaben. Im Gegensatz zu Zapier erlaubt IFTTT nur eine einfache Wenn-Dann-Logik, ist aber ideal für Einsteiger und Hobby-Anwender. Besonders nützlich ist es für Smart-Home-Integrationen oder einfache Benachrichtigungen.

Airtable – Die smarte Kombination aus Datenbank und Tabellenkalkulation

Airtable kombiniert die Funktionen einer Datenbank mit der Benutzerfreundlichkeit einer Tabellenkalkulation. Es eignet sich hervorragend zur Verwaltung von Projekten, Kundeninformationen oder Content-Plänen. Dank zahlreicher Vorlagen und Integrationen mit anderen Tools wie Zapier oder Slack lässt sich Airtable flexibel in bestehende Arbeitsprozesse einbinden.

Typeform – Interaktive Umfragen und Formulare

Typeform bietet ein ansprechendes, interaktives Design für Formulare und Umfragen, das für hohe Konversionsraten sorgt. Es lässt sich mit über 500 anderen Anwendungen verknüpfen, sodass erfasste Daten nahtlos weiterverarbeitet werden können. Ein Highlight ist die neue Videoask-Funktion, mit der Fragen per Video gestellt und beantwortet werden können.

Shopify – E-Commerce ohne Programmierkenntnisse

Shopify ist die führende Plattform für den Aufbau von Online-Shops. Mit einer Vielzahl von Vorlagen und Erweiterungen ermöglicht es auch Laien, einen professionellen Webshop zu betreiben. Besonders praktisch für Dropshipping: Mit der Oberlo-Erweiterung können Bestellungen direkt vom Lieferanten an den Kunden gesendet werden.

Webflow – No-Code-Webdesign auf höchstem Niveau

Webflow richtet sich an Designer, die ohne Programmierkenntnisse ansprechende und hochgradig anpassbare Websites erstellen möchten. Die Plattform bietet eine enorme Flexibilität und beinhaltet ein leistungsstarkes CMS zur Verwaltung dynamischer Inhalte.

Carrd – Einfach und schnell eine Landingpage erstellen

Carrd ist die perfekte Lösung für einfache, einseitige Websites oder Landingpages. Die Plattform ist extrem benutzerfreundlich und bietet bereits in der kostenlosen Version alle Basisfunktionen. Für professionelle Anwendungen gibt es eine günstige Pro-Version mit zusätzlichen Features wie individuelle Domains und Formulare.

Stripe – Die moderne Zahlungsplattform

Stripe ist eine der bekanntesten Lösungen für Online-Zahlungen. Viele große Unternehmen wie Amazon, Uber oder Spotify nutzen Stripe für ihre Zahlungsabwicklung. Dank einfacher Integration eignet sich die Plattform ideal für Startups und Online-Händler, die schnelle und sichere Zahlungen ermöglichen möchten.

No-Code-Tools sind die Zukunft der digitalen Entwicklung und ermöglichen es Unternehmen und Einzelpersonen, innovative Anwendungen ohne umfangreiche Programmierkenntnisse zu realisieren. Ob Automatisierung, Webdesign oder E-Commerce – die hier vorgestellten Tools bieten für nahezu jede Anforderung eine passende Lösung.

Fazit

Low-Code- und No-Code-Tools sind auf dem Vormarsch und werden die Art und Weise, wie wir Software entwickeln, nachhaltig verändern. Sie bieten enorme Vorteile, insbesondere in Bezug auf Geschwindigkeit und Zugänglichkeit, haben aber auch ihre Grenzen. Entwickler werden nicht überflüssig, aber ihre Rolle wird sich weiterentwickeln.

Die Zukunft gehört denen, die offen für neue Technologien sind und bereit sind, über den Tellerrand zu schauen. Egal, ob du Entwickler, Produktmanager oder Designer bist – die Fähigkeit, mit diesen Tools zu arbeiten, wird immer wichtiger werden. Also, warum nicht einfach mal ausprobieren und sehen, wie sie dir helfen können, deine Arbeit zu vereinfachen?